November 14, 2009

26./27. Woche (23.10.-5.11.2009)

Vermutlich hatte die stark gebaute Puffmutter Heike ihn aus Hot Patootie raus und in den Sumpf rein expediert. Oder vielleicht doch dieser Eunuch?

Zeus konnte sich nicht mehr so recht erinnern. Die vielen abgefahrenen Bräute aller erdenklichen Lebensformen hatten ihn verwirrt. Nicht, dass er in seinen besten Zeiten nicht alles gepoppt hätte, was nicht bei drei auf den Bäumen war, Nymphen, diverse Halbwesen…

Und auch er selbst war ja flexibel, mal Stier, mal Schwan, mal Regen… Aber im Patootie-Puff gab es schon die irrsten Weiber. Jedenfalls hoffte Zeus, dass es sich wenigstens in den meisten Fällen um weibliche Wesen gehandelt hatte.

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Hans-Dieter war frustriert.

Er irrte nunmehr sicher schon eine Stunde durch dieses Labyrinth aus Spiegeln. Einige hatte er eingeschlagen, bis er bemerkte, dass es sich eigentlich um Türen handelte, die sich auch mit einem leichten Druck öffnen ließen.

Hinter den Türen befanden sich kleine Räume mit niedrigen, unterschiedlich geformten Wasserstellen. Nun, immerhin würde er nicht verdursten. Er nahm vorsorglich einen Schluck aus einer nahegelegenen Schüssel.

Nein, er musste planvoller vorgehen. Hans-Dieter nahm die traditionelle Meditationshaltung ein.

Vorsichtig ging er in den Doppel-Kopfstand, den noch immer juckenden Sekundärkopf mit dem Aahw abstützend, und grätschte die Beine in der Luft.

Sofort kehrte tiefe innere Ruhe in Hans-Dieter ein. Schritt für Schritt verdeutlichte er sich innerlich seine bisherige Route durch das Labyrinth. Nach und nach fügte sich ein Bild in seinem Geist zusammen. Die Wege waren offenbar alle rechtwinkelig angelegt! Abstoßend für einen Znork! Dennoch, der geistige Lageplan wies Hans-Dieter eindeutig zum einzigen möglichen Ausgang! Er beendete die Meditations-Grätsche.

Wieder auf den Beinen machte er sich umgehend auf den Weg, zuversichtlich und zufrieden.

Bis auf dieses lästige Jucken am Sekundärkopf.

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Leicht illuminiert und guter Dinge verließ Susanne Srp die Bar und nahm es daher auch eher gelassen hin, als ein gutaussehender, muskulöser Mann nur mit einer Toga bekleidet unmittelbar vor ihr auf der nächtlichen Straße materialisierte.

In der Hand hielt er ein seltsames gusseisernes Ding. Der Mann schien kurz etwas orientierungslos, kam dann aber mit einem breiten, gewinnenden Lächeln auf sie zu.

„Ich gebiete dir Grüße, süße Schnecke. Ich bin Zeus. Mein Ziel ist Vergnügen und Entspannung. Was geht ab hier?“

Susanne starrte ihn an.

Sie ließ den Abend noch mal Revue passieren. Zuerst wurde sie von einem nach Moder (und einer Prise Ingwer) stinkenden Monster attackiert. Danach war sie von einer Ninja-Frau mit tiefem Dialekt samt einer sprechenden Armbrust gerettet worden. Die sich beide sodann in Luft auflösten. Und jetzt stand ein altgriechischer Hühne mit heftigen Anflügen von Teenagerslang vor ihr und wollte Spaß. Susanne Srp zögerte kurz.

November 14, 2009

24./25. Woche (9.10.-22.10.2009)

Mit einer akrobatisch anmutenden Verrenkung gelang es Luna ihn zu fassen zu bekommen.

Endlich wieder vereint stürzten Luna und Dint-Ah auf den langsam heranschwingenden Rotorflügel zu.

Und verfehlten ihn um Haaresbreite!

Und damit die letzte Rettung vor dem tödlichen Aufprall, wo immer der Boden in diesem fast unendlich scheinenden Raum auch sein mochte.

Dint-Ah begann erneut zu schreien.

Luna griff blitzartig an ihren Brustgurt.

Bolzen – entnommen.

Armbrust – geladen.

Schuss – abgefeuert.

Flügel – getroffen.

Geschafft.

Luna hielt sich an Dint-Ah fest, der durch eine Schnur mit dem Bolzen verbunden war, der in dem Flügel des Ventilators steckte.

Luna pausierte nur kurz. Dann kletterte sie entschlossen und behände das Seil hinauf.

Oben angekommen zog sie den nur noch leise wimmernden Dint-Ah samt Seil zu sich auf die sichere, langsam rotierende Plattform.

„Luna! Genial!“ Zurück in der Hand der Jägerin brach es aus Dint-Ah heraus „Den Seilbolzen einzusetzen – und so schnell! Das war eine Spitzenleistung, ich…“

„Dint-Ah…“

„Wirklich, ich finde…“

„Dint-Ah…“ „

Ja, Luna?“

„Hoit afoch de Pappn.“

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Zeus steckte bis zum Rumpf in einem süßlich riechenden, bernsteinfarbenen Sumpf.

Wie er genau da hinein geraten war, wusste er eigentlich nicht mehr so recht. Nur, dass er noch immer voll war wie eine Strandhaubitze.

Was immer eine Strandhaubitze auch sein mochte, überlegte Zeus träge.  Er sah an sich herab.

„Hey! Bis zum RUMPF im SUMPF!“

Zeus lachte homerisch über den eigenen Gag.

November 14, 2009

23. Woche (2.10.-8.10.2009)

Die riesenhaften Zähne waren Teil einer Reihe von Zahnrädern, die sie unweigerlich zermahlen würden! In letzer Sekunde sprang Luna in die Tiefe,  griff im Fallen nach der Strebe und baumelte nun hilflos über einem bodenlosen Abgrund voller rotierender Maschinenteile.

„Schas! Schas! Schas!“

Zuerst war sie von dem Vortex ja noch schwer beeindruckt gewesen. So einen Dimensionstransfer erlebt man schließlich nicht alle Tage! Aber als der Strudel sie inmitten eines Raums der Größe eines Wolkenkratzers gefüllt mit einer Art von tödlichem Riesenuhrwerk ausspuckte,  war ihre Begeisterung schnell verflogen. Seitdem floh sie ohne Pause von einer unmittelbaren Bedrohung direkt zur nächsten.

„Voischas!“

In aller Kühle analysierte die Jägerin ihre Lage. Sie war durchtrainiert und kräftig genug, um noch eine Weile hier hängen zu bleiben. Oder sich wieder auf die Strebe zu schwingen – wo allerdings immer noch das bedrohlich nahe Zahnrad auf sie lauerte… Luna blickte abwärts.

Gut 20 Meter unter ihr rotierte in trägen Drehungen eine Art riesenhafter Ventilator, dreiflügelig, mit der Nabe nach oben, ihr zugewandt.

Die horizontal ausgerichteten Rotorblätter berührten weiter weg beinahe die Wand – an der es auf gleicher Höhe einen kleinen Ausgang zu geben schien!

Der Aufprall würde weh tun, keine Frage, aber sie könnte ihn überstehen!

Luna begann langsam die Rotation mitzuzählen: Wusch! – Eins – Wusch! – Zwei – Wusch! …

Der Trick lag darin loszulassen, wenn gerade kein Rotorflügel direkt unter ihr war, nur die gähnende, bodenlose Tiefe unterhalb des Ventilators.

Drei – Wusch! – Vier – Wusch!

Die Jägerin machte sich voll gespannter Erwartung bereit ihre Hände von der Strebe zu lösen… „Luna! Endlich!“

Dint-Ah, ihre treu ergebene Armbrust, materialisierte zwei Meter über Luna R, fiel haltlos und krachte ihr auf den Kopf.

Luna verlor ihren Halt und stürzte in die Tiefe.

Dint-Ah wirbelte vor Überraschung und Panik schreiend neben ihr durch die Luft.

November 14, 2009

22. Woche (25.9.-1.10.)

„Meinen eingeschränkt möglichen Scans zufolge befinden sich über uns in regelmäßigen Abständen von innen zu öffnende Ausgänge. Der erste auf Höhe 17,53m.“

„17,53 METER!? Du hirnloser Haufen Elektroschrott!“ Joseph war einem Kollaps nahe. „Soll ich da hinauf fliegen?“

„Nein, klettern. Die nach oben führende Lampenreihe hat einen für dich überbrückbaren Abstand, Joe.“

Joseph erstarrte. „…klet…tern…?“

„Ja. Die projizierte Überlebensdauer auf Grundlage der vorhandenen Vorräte beträgt…“

„Schon gut! Schon gut!“ Joe seufzte tief. „Dann wollen wir mal…“

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All diese neumodischen Geräte, Hebel, Schalter, Knöpfe und Lichter verwirrten Zeus.

Aber als er schließlich mit der rassigen kleinen Latina in deren Schlafzimmer alleine war, hatte er das ganze Zeug schnell wieder vergessen.

„Hapüh, manche Dinge ändern sich offenbar nie!“, dachte er, als sie die letzten Hüllen fallen ließ.

„Na dann, Zeit für’n wenig Remmidemmi!“

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„Schas! Schas! Schas!“ Luna R duckte sich unter den heranschwingenden Hammer, sprang zur Seite und landete knapp neben einem Riesenzahnrad.

Sie schwankte. Ihr Landeplatz war nur eine dünne Strebe, auf der sie nun auf Zehenspitzen balancierte. Langsam kippte Luna Richtung Zahnrad.

November 14, 2009

19./20./21. Woche (4.9.-24.9.2009)

Zuerst hatte er ja gedacht, die Spinne hätte ihn doch noch erwischt. Oder sein gestriges Single-Malt-Date hätte ihn doch noch eingeholt. Die Flasche und er hatten einen ausgesprochen netten Abend und Francois hatte sich schon gewundert, dass davon morgens nichts zu merken war.

Aber spätestens seit seiner Landung hier war ihm klar: der Trip war keine Einbildung. Nachdenklich betrachtete er den aufsteigenden Rauch.

Aber was nun? Ein unendlicher Tunnel, zwei mögliche Wege. Und die gute Chance bei einer Fehlentscheidung zu verhungern oder zu verdursten. Er inhalierte den letzten Zug, warf den Stummel zu Boden, trat darauf, ließ sich neben ihm zu Boden sinken und stierte vor sich hin.

Ein letzter dünner Rauchfaden stieg von dem glimmenden Stummel auf – und bog dann entschlossen in eine Richtung ab!

Ein Luftzug!

Und wo ein Luftzug war, war auch ein Ausgang! Francois packte seinen Trenchcoat – die saubere Innenseite um sein ungewolltes Reisesouvenir gewickelt – und machte sich auf den Weg.

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Joseph ächzte. Sich ohne die Unterstützung durch Antigravfelder erheben zu müssen, war der dickliche Asteroidengürtelbewohner nicht gewohnt.

Die Alternative, nämlich in einer nassen, kalten Pfütze hocken zu bleiben, schien ihm allerdings auch nicht gerade verlockend…

Joseph sah sich um. Er befand sich am Boden von einer Art rundem Schacht, der von regelmäßig angebrachten, ovalen Lampen hell erleuchtet wurde. Ganz weit oben schien der Schacht von einer silbernen Scheibe abgeschlossen zu sein.

Joseph grunzte und stütze sich gegen die Wand. Der Blick nach oben hatte ihn zu sehr angestrengt und seinen Kreislauf gehörig durcheinander gebracht.

„Computer?“

„Ja, Spacecowboy Joe?“

„Ein Coffa-Kola, schnell!“

„Tut mir leid, Joe, aber wir sind außerhalb des Teleport-Bereichs des Wohnschiffs.“ Die Stimme klang ironisch.

„Argh! Und was GIBT es!?“

„Nun, im Depot deines Multifunktionsanzuges befinden sich aktuell 0,3 Liter Wasser sowie ein Müsliriegel, angebissen…“

„Ich fnork auf dein Wasser! Sag mir lieber, wo ich bin und wie ich hier rauskomme!“

„Aufenthaltsort: unbekannt. Einziger Ausweg: nach oben.“

„Nach OBEN?!“ Joseph schnaufte fassungslos. „Und wie stellst du dir das vor?! Mein Multi hat doch keinen eingebauten Antigravgürtel!“

November 14, 2009

18. Woche (28.8.-3.9.2009)

Dann erst blickte Francois sich um. Er befand sich offenbar in einem langen schmalen und nur spärlich erleuchteten Gang. Die Quelle des dämmrigen Lichts war nicht erkennbar. Der Gang selbst schien sich in beide Richtungen ins Unendliche fortzusetzen. Die kühlen glatten Wände zeigten weder Ausbuchtungen noch Beschriftungen irgendwelcher Art. Alles wirkte wie aus einem Guss.

„Shit.“ Francois fluchte erneut und fischte sich, äußerst vorsichtig, eine Packung Zigaretten aus dem am Boden liegenden Mantel. Streichhölzer hatte er noch in der Brusttasche seines Hemdes. Er lehnte sich an die Wand, zündete eine Zigarette an und inhalierte tief.

Was für ein Tag! Erst die üblichen Existenzängste, dann ein Hoffnungsschimmer in Form einer durchgeknallten Klientin.

Dann eine Tarantel.

Eine angreifende Tarantel, um genau zu sein.  Francois blies heftig Rauch aus seiner Nase.

Und dann dieser Höllentrip durch das bunte Nichts.