Monatsarchiv: August 2009

Woche 16 (14.8.-20.8.2009)

Der letzte Vers gehört gar nicht hierher!
Hier in der Vrze Lied!
Wer murkst da rum im Quantenverkehr?
Und auch im Vrzen-Lied?!

Das grenzt ja fast an Blasphemie!
Im heil’gen Vrzen-Lied!
Vergiß es. Alter, du kriegst mich nie!
Ich pööps aufs Vrzen-Lied!

(“Der Vrze Lied”, einzig erhaltene Fassung)

- – -

“Es ist sinnlos…”

Sie starrte trübsinnig auf die Ursuppe des jungen Planeten unter sich.

“Unsere Liebe kann und darf nicht sein… Die Hindernisse sind unüberwindbar! Uns stehen Zeit im Weg und Raum. Und die uralten, ehernen Verbote, nie gebrochen in all den Äonen! Ich kann mich verzehren nach dir Liebster, Weltzeitalter um Weltzeitalter, allein, es ist vergebens. Dieser Weg ist nur Schmerz.”

Wehmütig ließ sie ihren Blick über die brodelnde und dampfende Jungwelt schweifen…
Doch halt, was war das für ein Kräuseln, dort drüben?

Gedankenverloren ließ sie sich näher schweben.

“Es schmerzt, Geliebter, es schmerzt so sehr… Alles daran – und jedes Jota Existenz in mir.”

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Woche 15 (7.8.-13.8.2009)

„Ischeismioh! A n-dimensionala Vortex-Tunnöh dritta Ornung… des sixt a net an jeden Tog!“

Luna R. pfiff beeindruckt durch die Zähne.

“Wos maanst, wo ma do ausse kumman, Dint-Ah? Dint-Ah? DINT-AH?!? Jessas, wo is de oide Puffn? Ma, des gibts jo gor net, is der futsch a no!”

Luna fluchte vor sich hin, während sie durch bunt flirrende Schleier gegen die Wände des Strudels depperte wie eine tollwütige Flipperkugel.

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ENDE DES ERSTEN TEILS

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Was rauscht so hallig durch Äther und Zeit?
Das ist der Vrze Lied!
Was kündet von Wachsamkeit, immer bereit?
Das ist der Vrze Lied!

Was ist fast so machtvoll wie der Schöpfung Gang?
Das ist der Vrze Lied!
Auch wenn sich schon mancher Vrz versang
Im Chor des Vrzen-Lieds!

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Woche 14 (31.7.-6.8.2009)

Dint-Ah verstummte augenblicklich betreten.

“Nun, wie gesagt, ich störe nur ungern, aber ich würde sagen, nachdem ich gerade von einem nach Abwasser – und interessanterweise einer Prise Kakaopulver – stinkenden Monster attackiert wurde, ist eine sprechende Armbrust mein geringstes Problem…“

Die Frau in dem – nunmehr – bauchfreien Kleid wirkte erstaunlich gefasst.

“Was war das überhaupt für ein Ding? Oder besser nein…” Sie schüttelte den Kopf. “Ich will’s gar nicht wissen. Am besten ich vergesse die Sache so rasch als möglich wieder…”

Sie lächelte schwach “Ich meine, aromatisierte Monster, spitzzüngige Armbrüste und Ninja-Amazonen in schwarzen Catsuits mit schwerem Akzent – da halt ich doch lieber meinen Mund, bevor mich wer wo einweist, oder? Wie auch immer, ich wollte mich nur bei euch beiden bedanken… ihr seid mit Abstand die größten Helden, die ich kenne!”

Luna wollte gerade antworten, als sie sich plötzlich auflöste und verschwand.

Dint-Ah polterte zu Boden.

„Macht sie das öfter?“ Die Frau beugte sich interessiert zu ihm hinunter.

„Au. Nein. Nie!“ Die Armbrust klang schon wieder grenzpanisch. „Es ist auch metaphysikalisch unmöglich, dass die Jägerin…“ – damit war auch Dint-Ah verschwunden.

Und hinterließ ein schulterzuckendes, die Mundwinkel verziehendes Ex-Höllenwächter-Opfer, das fand, nun sei aber endgültig der Zeitpunkt gekommen sich hemmungslos zu besaufen.

- – -

„Cool!“ war der erste Gedanke, der Joseph Multiplexx durch den Kopf schoss als er durch den bunten Strudel geschleudert wurde.

Aber schon bald langweilte er sich.

Der „Anti-Grav-Aqua-Park“ auf dem Asteroiden Ceres mit seinen Multimedia-Wasserrutschen war da doch noch um einiges cooler…

- – -

Ganz genau so hatte sich Zeus die Sache mit dem Tapetenwechsel eigentlich nicht vorgestellt.
Aber fürs erste war er dennoch ganz zufrieden.

„Okay, Sie können jetzt die Rothaarige reinschicken, Madame! Mit der Blonden bin ich fertig.“

„Sähr wohl, Monsieur Sös, wie Sie wünschen.“

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Woche 13 (25.7.-30.7.2009)

“Ha! Des obaste! Do schauat ma oba guat aus, du obrennta Nudlwoika! Des obaste!”

“Ja, ja schon gut…”

Dint-Ah klang ein wenig gekränkt.

„’Das ist ein Höllenwächter, Luna! Nicht diese Bolzen, Luna, nimm geweihte! Am Freitag keine Hostien, Luna! Das oberste Auge, Luna!’ HA!“

Die Jägerin grinste die Armbust in ihrer Hand schadenfroh an.

„I frog mi langsam, wer von uns zwa des ‘Buch Emotikon’ do besser intus hot!“

„Halt, Stop! Lass bitte das Heilige Buch aus dem Spiel, Luna! Und ja, ich habe mich geirrt, okay? War jedenfalls ein guter Schuss von mir…“

„Woos haastn do von dir? Züün tua imma no i!“

„Nicht schon wieder, Luna, du weißt genau, dass der Schuß selber…“

„I pock di net! Nur i…“

„Verzeihung, wenn ich störe…“

Luna R wandte sich blitzschnell um, Dint-Ah die Armbrust, in Sekundenbruchteilen neu geladen, im Anschlag. Als Luna allerdings in der Person vor ihr das zuvor am Boden liegende Opfer des Naatzol erkannte, zog sie die Waffe sofort peinlich berührt aus dem Bauchnabel der Frau, die in einem zerfetzten Kleid nur wenige Zentimeter von ihr entfernt stand.

„Öha…“ murmelte Luna verlegen.

“Ha! Und noch mal, Ha! Das Monster besiegen, aber das Opfer vergessen? Wer kennt da die Regeln auswendig? Ha! Wer?”

Dint-Ah krähte hämisch.

“Und wos is mit ‘Animierte Objekte haben gegenüber uneingeweihten Dritten ihre kognitiven und verbalen Fähigkeiten zu verbergen’? Hm, Oida?”

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Woche 12 (10.7.-16.7.2009)

Nun, dass würde er noch früh genug erfahren. Er drehte dem Fenster den Rücken zu und blickte triumphierend in den Raum.

„Los, Computer! Sag es!“

Zuerst klang es, als würde die Stimme gähnen, aber dann rezitierte der Computer brav das einprogrammierte Lob:

„Spacecowboy Joe – du bist der größte Held der Vereinigten Staaten des Asteroidengürtels!“

Die Türe fuhr zischend auf, und Josephs Mutter sprintete herein.

„Joseph! Keine Lügen! Die Explosion! Deine Freunde! Du hast doch nicht etwa…“

Noch ehe er alles abstreiten konnte, löste Joseph sich auf.

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Francois Truffaut wirbelte scheinbar rasend schnell durch einen von sich verändernden bunten Lichtschlieren begrenzten Raum.
Mangels Fixpunkt konnte er aber weder seine tatsächliche Geschwindigkeit abschätzen, noch ob eigentlich er sich drehte oder der Raum sich um ihn.
Er wusste nicht, wo er war, er wusste nicht, wie er dorthin geraten war, und er wusste nicht, wohin die Fahrt schließlich gehen sollte.
Er wusste nur, wenn das mit der rasenden schnellen Herumwirbelei nicht bald aufhörte, würde er sich gleich sagenhaft übergeben müssen.

- – -

Ein Bolzen löste sich von der Armbrust der Kämpferin, pfiff durch die Luft und durchschlug treffsicher das untere mittlere Auge des Naatzol.
Das Naatzol stoppte seinen Angriff und hielt inne.
Aber sonst geschah nichts.

“Das OBERSTE Auge, hab ich gesagt, Luna!! Das OBERSTE!!”

Luna Rs treue Armbrust war einer Panik nahe.

„Ogottogottogott! Das hält es nicht auf! Nach dem nächsten Unheiligen Zündfunk sind wir Toast!“

Tatsächlich leuchtete soeben ein helles Blitzen in einem nach dem anderen der zehn pentagrammförmig angeordneten Augen des Naatzol auf. Als das Leuchten jedoch das durchschossene Auge erreichte, geschah mehreres in rascher Folge:
Zuerst durchlief ein Zittern den Koloss.
Dann ertönte ein markerschütternder, unmenschlicher Schrei.
Als nächstes begann der Körper des Naatzol rasend schnell zu schrumpfen, um schließlich mit einem satten „Plopp“ zu implodieren.
Zurück blieb bloß ein Geruch von Teer (plus einem Hauch von Tandoori-Gewürzmischung).

“Ha!” Luna blickte triumphierend zwischen ihrer Armbrust und der Stelle hin und her, an der das Naatzol nun nicht mehr war. “Ha!”

[Wrz der Weise macht eine Woche Urlaub - Fortsetzung folgt dann wieder - verläßlich täglich - ab 25.7.2009]

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Woche 11 (3.7-9.7.2009)

„Ja, Miss Coppola?“ Francois setzte der Situation zum Trotz sein gewinnendstes Lächeln auf.

„Ich… also… die Sahne.. nein, ist schon gut!“ Sofia schloss eilig die Tür hinter sich. Francois wandte sich wieder der mit ihrer Fassung ringenden Leni zu. „Mein größter Fang… Ich wollte ihn noch montieren lassen. Tja, das wird wohl nichts mehr.“ Leni schluckte, ihr Blick wanderte von dem am Tisch liegenden Fisch über seine Hand zurück zu Francois selbst.
Schließlich platze es atemlos aus ihr heraus: „Mr. Truffaut!! Sie sind der größte Held, den ich kenne!!“

Noch ehe er antworten konnte, löste Francois sich auf und hinterließ nichts als einen leeren Stuhl, eine verstörte Klientin und eine tote Tarantel.

- – -

Hans-Dieter rotierte endlos um jede erdenkliche Achse, während er mit irrwitziger Geschwindigkeit eine Art bunten Lichtstrudel durchflog.
Die unkontrollierbare Situation behagte dem stolzen Znork wenig.
Und zu allem Überfluss begann jetzt auch noch sein Sekundärkopf zu jucken.

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Joseph Jonathan Multiplex XVII beobachtete weiterhin düster die Szenerie im Trümmergürtel. „Hausarrest ist Kacke“, murmelte er bitter.

Erst als er das verräterische Summen einer Fliege hinter seinem rechten Ohr vernahm, verbesserte sich Josephs Stimmung schlagartig. Während er äußerlich komplett ruhig blieb, spannten sich in ihm sämtliche relevanten Muskeln unmittelbar und synchronisiert an. Mit einer blitzschnellen Bewegung, die man seinem pummeligen Körper kaum zugetraut, hätte fischte er die Fliege aus der Luft – und zerquetschte sie genüsslich zwischen Daumen und Zeigefinger.

„Bravo, Spacecowboy Joe“, kommentierte der Computer vorprogrammiert.

Natürlich gab es auf der „True Love II“ normalerweise keine Fliegen, dafür sorgten schon die Hygienefilter und Scharen von Kammerjäger-Bots. Aber Joseph züchtete sie in seinem Zimmer in einer Art Terrarium selbst. In unregelmäßigen Abständen entließ der Computer eine der Fliegen in den Raum.

Nachdem er seine Jagdbeute an der Hose abgewischt hatte, wandte Joseph sich wieder den Geschehnissen außerhalb des Wohnraumschiffes zu. Neidisch beobachtet er José, Beppo und Joschi, die mit ihren Raumkapseln draußen herumzischten. Aber… was war das? Ein Rendez-vous-Kurs!?

„Computer – Funkverkehr scannen! Schnell! Wo wollen sich die drei treffen!?“

Josephs selbst umprogrammierter Schulcomputer reagierte prompt.

„Funkverkehr gehackt. Treffpunkt zum Austausch von Mars-Ball-Klebebildern beim alten Apollo 27 Wrack.“

Joseph konnte sein Glück kaum fassen! Das alte Apollo-Wrack! Großartig! Er tippte rasch ein paar Befehle auf sein Multifunktionsarmband. Dann hieß es nur noch abwarten…

Joschi, der Kuhirte des Kosmos, erreichte das ausgehöhlte Raumfahrzeug als erster. Nach ihm dockte Beppo, il Pastore dello Spazio an. 10 Sekunden später war auch José, el Gaucho del Universo eingetroffen.

„Geronimo!“ Joseph zündete den thermonuklearen Sprengsatz.

Die von ihm versteckte Bombe detonierte mit voller Wucht. Der Feuerball war auch ohne Fenstervergrößerung weithin sichtbar. Befriedigt sah Joseph zu, wie das Wrack und die drei Raumkapseln in Fetzen flogen. Die Körper seiner Spielkameraden konnte er nicht erkennen.

Joseph fragte sich, mit mäßigem Interesse, ob die automatischen Schutzschilder ihrer Raumanzüge wohl noch rechtzeitig angesprungen waren…

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