19./20./21. Woche (4.9.-24.9.2009)

Zuerst hatte er ja gedacht, die Spinne hätte ihn doch noch erwischt. Oder sein gestriges Single-Malt-Date hätte ihn doch noch eingeholt. Die Flasche und er hatten einen ausgesprochen netten Abend und Francois hatte sich schon gewundert, dass davon morgens nichts zu merken war.

Aber spätestens seit seiner Landung hier war ihm klar: der Trip war keine Einbildung. Nachdenklich betrachtete er den aufsteigenden Rauch.

Aber was nun? Ein unendlicher Tunnel, zwei mögliche Wege. Und die gute Chance bei einer Fehlentscheidung zu verhungern oder zu verdursten. Er inhalierte den letzten Zug, warf den Stummel zu Boden, trat darauf, ließ sich neben ihm zu Boden sinken und stierte vor sich hin.

Ein letzter dünner Rauchfaden stieg von dem glimmenden Stummel auf – und bog dann entschlossen in eine Richtung ab!

Ein Luftzug!

Und wo ein Luftzug war, war auch ein Ausgang! Francois packte seinen Trenchcoat – die saubere Innenseite um sein ungewolltes Reisesouvenir gewickelt – und machte sich auf den Weg.

- – -

Joseph ächzte. Sich ohne die Unterstützung durch Antigravfelder erheben zu müssen, war der dickliche Asteroidengürtelbewohner nicht gewohnt.

Die Alternative, nämlich in einer nassen, kalten Pfütze hocken zu bleiben, schien ihm allerdings auch nicht gerade verlockend…

Joseph sah sich um. Er befand sich am Boden von einer Art rundem Schacht, der von regelmäßig angebrachten, ovalen Lampen hell erleuchtet wurde. Ganz weit oben schien der Schacht von einer silbernen Scheibe abgeschlossen zu sein.

Joseph grunzte und stütze sich gegen die Wand. Der Blick nach oben hatte ihn zu sehr angestrengt und seinen Kreislauf gehörig durcheinander gebracht.

“Computer?”

“Ja, Spacecowboy Joe?”

“Ein Coffa-Kola, schnell!”

“Tut mir leid, Joe, aber wir sind außerhalb des Teleport-Bereichs des Wohnschiffs.” Die Stimme klang ironisch.

“Argh! Und was GIBT es!?”

“Nun, im Depot deines Multifunktionsanzuges befinden sich aktuell 0,3 Liter Wasser sowie ein Müsliriegel, angebissen…”

“Ich fnork auf dein Wasser! Sag mir lieber, wo ich bin und wie ich hier rauskomme!”

“Aufenthaltsort: unbekannt. Einziger Ausweg: nach oben.”

“Nach OBEN?!” Joseph schnaufte fassungslos. “Und wie stellst du dir das vor?! Mein Multi hat doch keinen eingebauten Antigravgürtel!”

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